Interessante Entwicklungen…

Mittlerweile wird es im Medienseminar richtig spannend. Bei den Planungssitzungen laufen die Köpfe heiß und es entstehen immer konkretere Vorstellungen von dem, was in den Sitzungen nach Pfingsten im Seminar ausprobiert werden soll.

Auf dem Blog vom schlauen Fuchs findet sich bspw. das Protokoll der ersten Planungssitzung eines Teams; die Ideen sind noch zahlreich, aber jede einzelne für sich unglaublich spannend! Sehenswert ist übrigens auch dieser Einblick ins Kafka-Blockseminar in Sophies Unterrichtswelt, der sich mit “Graphic Novels” beschäftigt. Soweit mir bekannt, bereitet diese Gruppe ein Projekt “Kafka WhatsApped” vor.

Auf einigen weiteren Blogs wird bzw. wurde bereits angeregt diskutiert , auf anderen wurde auch die gemeinschafts- und spaßbetonte Seite des Bloggens und Kommentierens ausprobiert.

Andere Studierende hingegen sind weiterhin skeptisch bzw. haben sich noch nicht zum Bloggen “überwunden”. Ich finde einenHinweis aus dem letzten Seminar wertvoll, der das Veröffentlichen des Stundenentwurfes nebst Kurzkommentar auf dem eigenen Blog betrifft. Ich denke, dass zumindest diese Blog-Aktivität für alle verpflichtend sein sollte, damit jeder einmal das Bloggen zumindest ausprobiert hat. Im späteren Schulalltag ist ja für Ausprobieren nur noch wenig Zeit – und wie schade wäre es, wenn auch die neue Generation von Deutschlehrenden wenig, kaum oder gar nicht auf Unterrichtsformen wie das Bloggen zurückgreifen würde?

 

Bloggen im Seminar als “Schocktherapie”…

Mittlerweile ist das Semester in die 5. Woche gestartet. Im Seminar ist damit die erste Inputphase abgeschlossen (siehe didaktische Landkarte); die einzelnen Arbeitsgruppen nutzen nun zwei Seminarsitzungen, um aus der Vielzahl der Unterrichtsideen eine auszuwählen und “praxisreif” zu konzipieren.

Didaktische Landkarte

Die Blogosphäre des Seminars entwickelt mittlerweile ebenfalls eine eigene Dynamik. Einige Studis bloggen, zitieren und kommentieren nach herzenslust (z.B. Berit zur Digitalisierung im Deutschunterrichtmakeamerikagreatagainsophiesunterrichtsweltdigitale medien 2016doppelter vorteil und andere).

Offenbar ist das Bloggen im Seminar aber auch eine sensible Angelegenheit: Nicht alle Studierende bloggen tatsächlich, einige haben auch in der 5. Woche noch keine URL eines erstellten Blogs eingereicht. Dieser Umstand gibt Grund zum Nachdenken und war Anlass, doch noch einmal in der letzten Seminarsitzung konkret nachzufragen.

Ich bin sehr dankbar, dass ich in der Tat sehr offene Rückmeldungen erhalten habe. Offenbar sehen viele Studierende tatsächlich das Bloggen als Chance (eigene Medienkompetenz und Reflexion des Arbeitsprozesses), zugleich bestehen jedoch auch einige ernstzunehmende Hindernisse:

  • großer Zeitaufwand neben anderen Seminaren
  • neue Umgebung, die zum Teil dazu führt, dass das Verfassen von Texten länger dauert als gewohnt
  • das Streben nach “Perfektion” angesichts einer weltweiten Leserschaft
  • Scheu vor digitalen Medien generell – einige sehen Bloggen als “Schocktherapie”, mit der sie sich selbst erst einmal zur Annäherung an digitale Medien zwingen wollen / müssen.
  • Befürchtung der Einschränkung der eigenen Arbeitsweise, wenn Seminarlektüre immer zugleich mit reflektiertem Bloggen verknüpft wird

Dass sich trotz dieser Hürden zahlreiche Seminarblogs so gut entwickeln, ist damit umso erfreulicher. Es gilt, weiter aufmerksam zu beobachten und auf Bedenken einzugehen. Den “Blog-Zwang” habe ich aufgehoben, um evtl. Aversionen nicht noch zu schüren.

Das Seminarbloggen in diesem Seminar verspricht, eine sehr interessante Erfahrung zum Bloggen in Seminaren generell zu werden…

Sprachgebrauch in digitalen Medien

Nachdem die erste Sitzung des Seminars eine erste Annäherung zum Thema unternommen hat, wurde es in der zweiten dann konkreter: Die Studierenden bereiteten verschiedene Medienbegriffe (Shannon, pross, McLuhan, Schmitz) im Selbststudium vor und diskutieren deren Tragweite und Implikationen.

Außerdem informierten Sie sich im Vorfeld zu unterschiedlichen Aspekten des Sprachgebrauchs in digitalen Medien anhand einschlägiger Abschnitte in Marx & Weidacher (2014): Internetlinguistik: Ein Arbeitsbuch. Im Seminar wurden die Informationen in einem Gruppenpuzzle ausgetauscht und dann das erworbene Wissen auf mitgebrachte Beispiele digitalen Sprachgebrauchs angewandt. Das Ergebnis sind höchst spannende und facettenreiche Analysen, die – so mein bisheriger Eindruck – nicht nur offensichtliche Oberflächenphänomene betrachten (Inflektive etc.), sondern auch auf Phänomene wie Höflichkeit, indirekte Sprechakte, Textsorte vs. Kommunikationsform u.a. zurückgreifen.

Zum Bloggen im Seminar besteht offenbar noch einige Unsicherheit. Diese ist zum einen technischer Natur (daran können wir jedoch in Sprechstunden arbeiten), zum anderen aber auch die Frage: Warum  überhaupt bloggen?

Noch haben auch nicht alle Studierenden ihren Blog tatsächlich eingerichtet. Der erste Eintrag soll bis zur nächsten Sitzung (Montag, 18.4.) erstellt werden und dazu dienen, auf der Basis der Lektüre kurz Unterrichtsideen zu skizzieren, welche die Studierenden ggf. einmal ausprobieren möchten.

Vermutlich muss ich in den folgenden Sitzungen stärker Verknüpfungen schaffen zwischen dem Seminargeschehen und den Blog-Aufgaben, um die Präsenz dieser Arbeitsform sowie Ihre wahrgenommene Relevanz zu erhöhen.

Es bleibt spannend…

Bloggen im Seminar – Seminarblog

Ein Seminar zur Mediendidaktik kann trocken sein. Medienbegriffe. Medienphilosophie. Mediensoziologie. Didaktische Modelle. Meta-meta-Diskussionen. Puuuuuh.

Ich hoffe, dass “Digitale Medien im Sprachunterricht” – ein Seminar an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Sommersemester 2016 – dieser Gefahr entgeht. Lebendig soll es sein. Praxisorientiert. Ertragreich.

Schwierig.

Der erste Schritt, diesen Anspruch einzulösen? Konkrete Ziele:

  • Verschiedene Medienkonzepte wiedergeben und in ihrer Relevanz für den Deutschunterricht bewerten
  • Sprachgebrauch in digitalen Medien auf unterschiedlichen Ebenen beschreiben und für den Deutschunterricht nutzbar machen
  • vorhandene Unterrichtsideen zu digitalen Medien im DU auf didaktisch-methodischer Grundlage bewerten
  • Anknüpfungspunkte für den Einsatz digitaler Medien in den Rahmenlehrplänen Sachsen-Anhalts benennen und den jeweiligen Medieneinsatz vielfältig begründen
  • eigene Unterrichtseinheiten mit einem Fokus auf digitalen Medien planen, durchführen und reflektieren
  • digitale Medien sicher und adäquat im Unterrichtskontext einsetzen

Diese Ziele spiegeln sich auf inhaltlicher Ebene natürlich im Semesterplan . Wichtig ist aber auch, dass das letztgenannte Ziel nur durch das eigene Anwenden digitaler Medien (bzw. exakter: Kommunikationsformen) erreicht werden kann.

Daher also Bloggen im Seminar. Anhand konkreter Aufträge (z.B. Handreichung Bloggen) begleiten die Studierenden dieses Seminars Ihre Unterrichtsstunden, die sie teils im Seminar “probehalber”, teils in einer “echten” Schulklasse des Neuen Städtischen Gymnasiums durchführen, von der Idee bis hin zur Reflexion nach “getaner Arbeit”. Alle Blogs der Studierenden sind über die Linkliste (Sidebar) erreichbar.

Dieser Blog ist ein Seminarblog im Sinne des Wortes: Es ist ein erster Knotenpunkt in der Seminar-Blogosphäre, begleitet aber auch das Seminar als solches Sitzung für Sitzung bis zur (selbst)kritischen Reflexion.

Auf “Los” gehts….los!